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Mehr zu NetVSTHost

Das Programm NetVSTHost basiert auf einer älteren Open-Source-Version von Hermann Seibs exzellentem und populären1) frei verfügbaren Windows VST Host Programm, VSTHost. Daher hat es einige der netten Features dieses Programms, aber nicht alle. Ein kleiner Vergleich zur vollständigen VSTHost-Version:

  • NetVSTHost verwaltet nur PlugIns nach dem VST2-, nicht aber nach dem neueren VST3-Standard
  • Man kann 32-bit- und 64-bit-PlugIns nicht in einer NetVSTHost-Instanz mischen.

Sobald eine Netzwerk-IP-Adresse und Portnummer im Network Parameters-Dialog konfiguriert wurde, speichert NetVSTHost sie in der Windows Registry und verwendet sie fortan bei jedem Start, wodurch das Programm sofort für Netzwerkverbindungen bereit ist (sofern kein Netzwerk- oder Systemfehler auftritt, wie z.B. ein Wechsel des Netzwerkadapters. In einem solchen Fall öffnen Sie einfach den Dialog, konfigurieren die neuen Werte, und alles sollte wieder funktionieren).

Hinzufügen eines PlugIns

NetVSTHost kann eine beliebige Anzahl PlugIns gleichzeitig verwalten2). Um ein PlugIn hinzuzufügen, führen Sie einen der folgenden Schritte durch:

  • Klicken Sie auf das “Seiten”-Icon direkt unterhalb des File-Menüs.
  • Öffnen Sie das File-Menü und wählen Sie “New Effect…”
  • Drücken Sie Strg+N auf der PC-Tastatur

Jede dieser drei Möglichkeiten hat denselben Effekt, nämlich das Öffnen eines Windows-Dateiauswahldialogs. Hier können Sie dorthin navigieren, wo sich das zu ladende PlugIn befindet, es durch Anklicken auswählen und dann den Öffnen-Button betätigen.

  • Unter Windows gibt es kein Standardverzeichnis für VST2-PlugIns. Wenn Sie eine Windows-DAW verwenden, kann diese ihren eigenen bevorzugten Platz haben.
  • C:\Program Files\Vstplugins wird normalerweise verwendet. Auf 32-bit-Windows-Systemen enthält dieser Ordner 32-bit VST PlugIns. Auf 64-bit-Systemen enthält er nur 64-bit VSTs; 32-bit VSTs befinden sich stattdessen im Ordner C:\Program Files (x86)\Vstplugins.

Sobald Sie ein VST-PlugIn auswählen und öffnen, erscheint ein kleines Fenster mit einigen Informationen über das PlugIn. Beispielhaft sei hier das Beschreibungsfenster für TubeOhm's T-FM Synthesizer VST dargestellt:

Sobald Sie zumindest einen Effekt (oder Synthesizer) geöffnet haben, werden einige Buttons auf dem Toolbar aktiviert und können wie unten gezeigt verwendet werden.

Mit dem Audio/Netzwerk-Switch (Lautsprechersymbol) können Sie zwischen dem Senden des Sounds und dem Netzwerk des Computers wechseln. Für den Netzwerkbetrieb sollte diese Schaltfläche NICHT eingeschoben werden.

Verketten von VST PlugIns

Sobald mehr als ein PlugIn geöffnet wurde, kann festgelegt werden, wie sie miteinander “verkettet” werden, so dass Audiodaten von einem PlugIn ins nächste weitergereicht werden. Angenommen, Sie haben ein Synthesizer-PlugIn und einen Effekt, z.B. ein Delay oder einen Hall, geladen. Die Voreinstellung sieht so aus, dass beide PlugIns ihren Input vom Netzwerk erhalten (was für Synths nur sehr bedingt Sinn ergibt, und zu hässlichen Geräuschen führen kann) und ihren Output wieder ins Netzwerk senden. Konzeptuell sind sie also dergestalt parallel verbunden:

Um diese parallele Struktur in eine Kette umzuformen, wo der Effekt dem Synth folgt, führen Sie Folgendes durch:

  1. Wählen Sie das Informationsfenster des Effekts aus, indem Sie darauf klicken (seine Titelleiste wird hervorgehoben) oder es im Window-Menü auswählen.
  2. Wählen Sie Chain After… im Effect-Menü, woraufhin ein kleiner Dialog mit einer Liste aller gerade geöffneten PlugIns, mit Ausnahme des gerade gewählten, erscheint. Klicken Sie auf das PlugIn, von dem Sie möchten, dass ihm der Effekt in der Signalkette folgt.

Daraufhin werden Ihre PlugIns seriell arrangiert:

Beachten Sie bitte, dass NetVSTHosts interner Mixer immer noch vorhanden ist, auch wenn er nur mehr ein Eingangssignal hat. Das ist der Schlüssel, um mehrere Signalketten zu stapeln, beispielsweise um zwei Synths parallel zu spielen. Wenn Sie nun ein zweites Synthesizer-PlugIn öffnen, wird es zu Beginn in seiner eigenen Ein-Element-“Kette” parallel zu der, die Sie gerade angelegt haben, geführt:

Wenn Sie wollen, können Sie daraufhin diesem PlugIn weitere Effekte nachverketten.

Synthesizer vs. Effekt PlugIns

Die obigen Diagramme und Beschreibungen konzentrieren sich auf Synthesizer, und in dieser Beziehung sind die Diagramme etwas irreführend. Statt “PCM audio from network” sollte hier eigentlich “MIDI event data from network” stehen, da Synthesizer MIDI empfangen und Audiodaten produzieren. EffektplugIns hingegen empfangen unbearbeitete und senden bearebeitete Audiodaten.

Sofern Sie Ihr System aus VST-Ketten so konfiguriert haben, dass es sich insgesamt wie ein Synthesizer verhält, verwenden Sie das NetSynth PlugIn in Ihrer normalen DAW, um es anzusprechen. Wenn NetSynth mit derselben IP-Adresse und Portnummer wie die NetVSTHost-Instanz, die Ihre Kette enthält, konfiguriert ist, sollten Sie MIDI-Daten senden und die resultierenden Klänge abhören bzw. aufnehmen können.

Sofern Sie Ihr System aus VST-Ketten so konfiguriert haben, dass es sich insgesamt wie ein großes Effektgerät verhält, das Audio empfängt und sendet, verwenden Sie das NetFilter PlugIn in Ihrer DAW. Genau wie NetSynth muss NetFilter mit der IP-Adresse und Portnummer der NetVSTHost-Instanz, die Ihre Effektkette(n) enthält, konfiguriert werden.

Verwendung mehrerer NetVSTHost-Instanzen auf einem PC

Jede laufende NetVSTHost-Instanz hat einen Eingang und einen Ausgang (beide Stereo). Wenn Sie ein komplexerers Arrangement benötigen, können Sie NetVSTHost einfach mehrmals ausführen, wobei für jede Instanz eine eigene Portnummer vergeben werden muss (normalerweise werden Sie dieselbe IP-Adresse für alle, die sich auf demselben PC befinden, verwenden).

Eine weitere Verwendung mehrerer Instanzen wäre es, eine 32-bit-NetVSTHost-Instanz zum Laden vn 32-bit-PlugIns parallel zu einer 64-Bit-Instanz, die 64-bit-PlugIns enthält, zu verwenden.

Verwendung mehrerer PCs

Wenn Sie mehr als einen PC in ihrem NetVST-Netzwerk haben, können Sie NetVSTHost auf jedem davon laufen lassen. In diesem Fall hat jeder PC eine eigene IP-Adresse, und Sie müssen nur dann verschiedene Portnummern vergeben, wenn Sie mehr als eine NetVSTHost-Instanz pro PC laufen lassen.

Der Hauptgrund für ein derartiges Setup ist der Zugang zu erhöhter CPU-Leistung. Wenn Sie beispielsweise zwei unterschiedliche Synthesizer-VSTs verwenden, von denen jeder ein echter CPU-Abfackler ist, dann könnten Sie, die nötige Hardware vorausgesetzt, jeden der beiden auf seinem eigenen PC laufen lassen, und die DAW womöglich auf einem dritten Computer.

Verwendung virtueller PCs auf einem Macintosh

Virtualisierungssoftware wie VMWare Fusion oder Parallels Desktop erlaubt es, eine Instanz von Microsoft Windows als Applikation auf Ihrem Mac laufen zu lassen. Diese Systeme installieren ein virtuelles Netzwerk (VLAN) auf Ihrem Mac, in dem jeder virtuelle PC und der Mac selbst einen eigenen Netzwerkadapter zu haben scheinen, die über einen virtuellen Hub miteinander verbunden sind.

Es ist durchaus möglich, NetVSTHost in einem virtuellen PC auf Ihrem Mac laufen zu lassen, um nur unter Windows lauffähige VST-PlugIns in Ihrer Mac DAW verwenden zu können, so dass Sie keinen separaten PC und auch kein Netzwerk benötigen. Nachdem der virtualisierte PC auch einiges vom Speicher und der CPU-Leistng des Mac abknabbert, ist diese Lösung nicht ganz so effizient wie die Verwendung eines eigenen PCs, aber zur Verwendung einiger weniger gleichzeitig laufender VSTs funktioniert sie ganz gut.

Jedes Virtualisierungsprogramm hat seine eigene Methode, um VLANs aufzusetzen, daher sollten Sie die Dokumentation Ihres Systems konsultieren, um wirklich verstehen zu können, was da vorgeht. In VMWare Fusion hat beispielsweise jedes VLAN seinen eigenen IP-Adressbereich der Form “192.168.x.y”, wobei X und Y jeweils Zahlen unter 255 sind. Alle Knoten des Netzwerks (alle virtuellen PCs sowie Ihr Mac) erhalten den selben X-Wert und unterschiedliche Y-Werte.

1)
hat Shane so geschrieben, ich bin hier nur der Übersetzer … HS
2)
abhängig von Prozessorleistung und Haupspeichergröße.
de/more_about_netvsthost.txt · Last modified: 2017/12/12 20:36 by shane